Stammdaten
| CAS-Nummer | 1897-45-6 |
| Wirkstofftyp | Fungizid (Chloronitril) |
| EU-Status | seit 2020 nicht genehmigt |
| ADI (chronisch) | 0,015 mg/kg KG/Tag |
| ARfD (akut) | 0,6 mg/kg KG/Tag |
| Rechtsgrundlage | VO (EU) 2019/1706; EG 396/2005 Anhang III |
Besonderheit: Metaboliten
Chlorothalonil zerfällt in mehrere Abbauprodukte — darunter R471811 und SDS-46851. Diese Metaboliten werden seit 2020 in die MRL-Bewertung einbezogen und sind relevant, weil sie das Wasser schlecht abbaut und sich in Böden anreichert.
Typische Höchstmengen nach Neuregelung (mg/kg)
Nach Verlust der Zulassung wurden die Werte für fast alle frischen Lebensmittel auf die Bestimmungsgrenze gesenkt.
| Lebensmittel | MRL (mg/kg) | Lage |
|---|---|---|
| Äpfel | 0,01 | Bestimmungsgrenze |
| Trauben | 0,01 | |
| Tomaten | 0,01 | |
| Weizen (Korn) | 0,05 | etwas höher |
| Kartoffeln | 0,01 | |
| Kopfsalat | 0,01 |
Warum Chlorothalonil auslief
EFSA bewertete mehrere Metaboliten als relevant, die das Grundwasser über dem Grenzwert von 0,1 µg/l belasten können. Da dieser Schutz der Trinkwasserressourcen nicht für alle Abbauwege sichergestellt war, lief die Zulassung aus. In Grundwasserproben finden sich Chlorothalonil-Metaboliten bis heute.
Für Verbraucher
Weil die Höchstmengen auf der Nachweisgrenze liegen, signalisiert jeder messbare Befund entweder Altbelastung oder unzulässige Anwendung. Die MRL-Suche zeigt dir den relevanten Grenzwert sofort.