Stammdaten
| CAS-Nummer | 50-29-3 |
| Wirkstofftyp | Insektizid (Organochlor) |
| EU-Status | verboten (Stockholmer Konvention) |
| ADI (chronisch) | 0,01 mg/kg KG/Tag |
| ARfD (akut) | 0,01 mg/kg KG/Tag |
| Rechtsgrundlage | Stockholmer Konvention; EG 396/2005 Anhang III |
Besonderheit: Persistenz & Bioakkumulation
DDT reichert sich im Fettgewebe an und wird über die Nahrungskette weitergegeben (Biomagnifikation). Hauptquelle für den Menschen sind heute tierische Fette (Fisch, Fleisch, Milchfett) — nicht frisches Obst oder Gemüse.
Typische Rückstandshöchstmengen (mg/kg)
Die Werte sind niedrig gehalten, weil jede Belastung auf Altlasten oder illegale Anwendung hindeutet. Für fettreiche tierische Lebensmittel gelten separate, teils höhere Grenzwerte.
| Lebensmittel | MRL (mg/kg) | Hinweis |
|---|---|---|
| Obst & Gemüse (allg.) | 0,05 | Altlasten-Schwelle |
| Getreide (Korn) | 0,1 | |
| Milch (fettbezogen) | 0,04 | auf Fettgehalt bezogen |
| Fisch | 0,05–0,5 | je nach Art |
| Fleisch (fettbezogen) | 1–5 | höher wegen Akkumulation |
Hintergrund
DDT wurde Mitte des 20. Jahrhunderts massenhaft als Insektizid eingesetzt — auch zur Malariabekämpfung. Rachel Carsons Buch „Der stumme Frühling" (1962) machte seine ökologischen Folgen sichtbar. Die Stockholmer Konvention (2001, in Kraft 2004) reguliert DDT weltweit als „Persistent Organic Pollutant". Ausnahmen gelten bis heute für begrenzte Malariaprogramme.
Für Verbraucher
Die DDT-Aufnahme über Lebensmittel ist in Europa seit Jahrzehnten rückläufig und liegt weit unter dem ADI. Die verbleibenden Spuren stammen fast ausschließlich aus historischen Altlasten in Boden und Gewässern.