Gruppen 2 & 6 · EG 396/2005 Anhang I

Blattgemüse

Kopfsalat, Spinat, Rucola und Mangold werden komplett verzehrt und haben eine große, feuchte Oberfläche — ideale Voraussetzungen für hohe Rückstandsbelastungen. Blattgemüse gehört deshalb zu den Produktgruppen mit den höchsten Fundraten und den höchsten Einzel-MRLs.

Häufigste Wirkstoffe in Blattgemüse

WirkstoffTypMRL (mg/kg)Hinweis
MancozebFungizid5,0Dithiocarbamat
CaptanFungizid10,0höher bei Blattgemüse
BoscalidFungizid15,0sehr hoch bei Salat
ChlorpyrifosInsektizid0,01nicht mehr zugelassen
PropamocarbFungizid5,0gegen Fäulnis

Höchste Fundraten im Gemüsefach

Blattgemüse führt die Statistik bei Rückständen und Mehrfachrückständen an. Höhere MRLs (bis 15 mg/kg) spiegeln den intensiven Pflanzenschutz in kurzen, empfindlichen Kulturen wider. Rucola und Babyspinat sind besonders häufig betroffen.

Warum Blattgemüse so belastet ist

Salate und Spinat wachsen schnell, werden unreif geerntet und fast unverarbeitet verzehrt. Schädlinge (Blattläuse, Erdflöhe) und Pilze (Falscher Mehltau) treffen auf eine große, weiche Oberfläche. Die Wartezeit zwischen letzter Behandlung und Ernte ist oft kurz — deshalb sind die MRLs hier höher angesetzt.

Verbrauchertipps

  • Mehrere Wasserbäder beim Waschen — einzelne Blätter lösen Rückstände besser als ganze Köpfe.
  • Bio-Blattgemüse ist hier besonders empfehlenswert — der Unterschied ist am größten.
  • Saisonal und regional statt Importware aus intensivem Anbau.

Für Verbraucher

Mehr zur allgemeinen Einordnung im Ratgeber Rückstandsbelastung und im Verbraucher-Leitfaden. Konkrete Grenzwerte in der MRL-Suche.