Gruppe 2 · EG 396/2005 Anhang I

Kartoffeln

Kartoffeln sind das Grundnahrungsmittel mit der geringsten Belastung — sie wachsen im Boden, geschützt vor Spritzmitteln. Höhere Rückstände kommen eher durch Keimhemmungsmittel bei langer Lagerung oder durch Bodenaltlasten vor.

Häufigste Wirkstoffe in Kartoffeln

WirkstoffTypMRL (mg/kg)Hinweis
MancozebFungizid0,3Kraut- und Braunfäule
ChlorprophamKeimhemmer30,0Lagerung (separat geregelt)
GlyphosatHerbizid0,2Vor der Ernte
ChlorothalonilFungizid0,01nicht mehr zugelassen
PirimicarbInsektizid0,05sehr niedrig

Keimhemmung bei langer Lagerung

Damit Kartoffeln monatelang lagerfähig bleiben, werden sie manchmal mit Chlorpropham (CIPC) behandelt. Diese Anwendung ist in der EU zunehmend eingeschränkt; Rückstände sitzen an der Schale und werden beim Schälen entfernt.

Warum Kartoffeln relativ sauber sind

Kartoffeln sind Knollen, die im Boden wachsen. Fungizide gegen Kraut- und Braunfäule (Phytophthora) werden auf das Kraut gespritzt und gelangen kaum in die Knolle. Der größte Teil der Behandlungen betrifft das Grünzeug, nicht das spätere Lebensmittel.

Verbrauchertipps

  • Schälen entfernt eventuelle Keimhemmungs- und Oberflächenrückstände.
  • Frische Saisonware hat die geringste Belastung.
  • Grüne Stellen und Keime herausschneiden — sie enthalten Solanin, keinen Pestizidrückstand, sind aber ebenfalls unerwünscht.

Für Verbraucher

Mehr zur allgemeinen Einordnung im Ratgeber Rückstandsbelastung und im Verbraucher-Leitfaden. Konkrete Grenzwerte in der MRL-Suche.