Gruppe 1 · EG 396/2005 Anhang I

Zitrusfrüchte

Orangen, Zitronen, Mandarinen und Grapefruits sind die Paradebeispiele für Schalenbehandlung mit Fungiziden. Weil die Früchte wochenlang transportiert und gelagert werden, werden sie nach der Ernte häufig gegen Schimmelfäule behandelt — die Rückstände sitzen fast ausschließlich in der Schale.

Häufigste Wirkstoffe in Zitrusfrüchte

WirkstoffTypMRL (mg/kg)Hinweis
ImazalilFungizid5,0Schalen-Nachbehandlung
ThiabendazolFungizid5,0gegen Grün-/Blaufäule
ChlorpyrifosInsektizid0,01nicht mehr zugelassen
OrthophenylphenolFungizid5,0Wachs+Schutz

Schale ist die Hauptlast

Wer Zitrusabrieb (z. B. für Kuchen) verwendet oder die Schale mitisst, nimmt deutlich mehr Rückstände auf als jemand, der nur das Fruchtfleisch isst. Unbehandelte oder Bio-Zitrusfrüchte sind die sichere Wahl für Abrieb.

Warum Zitrus besonders behandelt wird

Zitrusfrüchte reifen im Ernteland, werden dann gekühlt über Wochen verschifft und im Zielland teils wochenlang gelagert. In dieser Zeit sind sie anfällig für Grün- und Blaufäule (Penicillium). Deshalb kommen Wachsüberzüge und fungizide Nachbehandlungen (Dipping, Drenching, Wachs) zum Einsatz — klassischerweise mit Imazalil, Thiabendazol oder Orthophenylphenol.

Was Kontrollen zeigen

Zitrusfrüchte gehören in EU-Kontrollen zu den Produkten mit der höchsten Fundrate an Rückständen — meist Fungizide in der Schale. Die allermeisten Befunde liegen aber unter dem MRL. Überschreitungen kommen vor allem bei Importwaren aus bestimmten Drittstaaten vor.

Verbrauchertipps

  • Schälen, wenn die Schale nicht mitgegessen wird — das entfernt den Großteil der Rückstände.
  • Für Abrieb unbehandelte oder Bio-Zitronen verwenden.
  • Heiß abwaschen reduziert Wachsschichten und oberflächliche Rückstände.

Für Verbraucher

Mehr zur allgemeinen Einordnung im Ratgeber Rückstandsbelastung und im Verbraucher-Leitfaden. Konkrete Grenzwerte in der MRL-Suche.