Anleitung · 5 Min. Lesezeit

So funktioniert der Expositionsrechner

Der Expositionsrechner schätzt ab, wie viel von einem Wirkstoff du über ein Lebensmittel aufnimmst — und vergleicht das mit den toxikologischen Referenzwerten ADI und ARfD. Diese Anleitung erklärt die Funktionsweise und wie du die Ergebnisse richtig liest.

Was ist eine Expositionsabschätzung?

Eine Expositionsabschätzung berechnet die Menge eines Stoffs, mit der ein Mensch in Kontakt kommt. Bei Lebensmitteln geht es um die Aufnahme über die Nahrung (Dietary Exposure). Drei Faktoren bestimmen das Ergebnis:

  • die Rückstandsmenge im Lebensmittel (mg/kg)
  • die verzehrte Menge (g)
  • das Körpergewicht (kg)

Die Formel

Aufnahme = (Rückstand × Menge) ÷ 1.000 ÷ Körpergewicht

Das Ergebnis ist die geschätzte Aufnahme in mg pro Kilogramm Körpergewicht. Sie wird mit zwei Referenzwerten verglichen: dem ADI und der ARfD.

Schritt für Schritt

  1. Wirkstoff wählen — das Tool lädt automatisch die passenden ADI-/ARfD-Werte.
  2. Körpergewicht eingeben — Standardwert 70 kg, anpassbar.
  3. Rückstand eintragen — entweder den MRL aus der MRL-Suche oder einen real gemessenen Wert.
  4. Verzehrte Menge eingeben — in Gramm (z. B. 200 g Äpfel).

Die Ergebnisse interpretieren

AmpelBereichBedeutung
grün≤ 100 % des ADIDauerhaft unkritisch, große Sicherheitsreserve
gelbnahe 100 %Reserve schrumpft, aber noch unter Referenz
rot> 100 % des ADIBei dauerhaftem Konsum relevant

Für die ARfD (akut) gilt dasselbe Prinzip — nur eben für eine einmalige hohe Aufnahme statt für die Daueraufnahme.

Wichtig: Sicherheitsfaktor 100

ADI und ARfD enthalten bereits einen Sicherheitsfaktor von 100 gegenüber dem NOAEL. Selbst bei 100 % des ADI liegt noch eine große Sicherheitsspanne zur tatsächlich schädlichen Dosis. Das bedeutet: Werte „über 100 % des ADI" sind ein Warnsignal, aber keine Diagnose.

Für wen ist der Rechner gedacht?

Der Rechner richtet sich an Verbraucher, die ihre Aufnahme abschätzen wollen, an Studierende, Lebensmittelsicherheits-Beauftragte und Importeure, die eine schnelle Ersteinschätzung brauchen. Er ersetzt keine amtliche Risikobewertung, sondern liefert eine modellhafte Orientierung.

Mitnehmen

Kombiniere den Expositionsrechner mit der MRL-Suche: erst den Grenzwert abrufen, dann die persönliche Aufnahme bewerten. Beide Tools zusammen machen aus einer abstrakten mg/kg-Zahl eine verständliche Aussage.