Stammdaten
| CAS-Nummer | 1912-24-9 |
| Wirkstofftyp | Herbizid |
| EU-Status | in der EU verboten |
| ADI (chronisch) | 0,02 mg/kg KG/Tag |
| ARfD (akut) | 0,05 |
| Rechtsgrundlage | VO (EG) 1107/2009; EG 396/2005 Anhang III |
Typische Rückstandshöchstmengen (mg/kg)
| Lebensmittel | MRL (mg/kg) | Hinweis |
|---|---|---|
| Mais (Korn) | 0,05 | Altlast-Schwelle |
| Zuckerrohr | 0,05 | |
| Weizen | 0,05 | |
| Trinkwasser (Grenzwert) | 0,0001 | separat: 0,1 µg/l |
| Grundwasser (Grenzwert) | 0,0001 | relevanter Metabolit |
Verbot wegen Grundwasserschutz
Atrazin ist mobil und schwer abbaubar — es gelangte in Grundwasser und überstieg dort den Pflanzenschutz-Grenzwert von 0,1 µg/l. Weil dieser Schutz nicht zu gewährleisten war, verlor Atrazin die EU-Zulassung.
Auch Jahrzehnte nach dem Verbot werden in Grundwasserproben noch Atrazin-Metaboliten (insbesondere Desethylatrazin) nachgewiesen — ein klassisches Beispiel für persistente Altlasten. Über Trinkwasser kann so eine Hintergrundbelastung entstehen, die weit unter toxikologisch relevanten Mengen liegt.
International
In einigen Drittstaaten (z. B. USA für Mais) ist Atrazin weiterhin zugelassen. Importware muss die EU-Höchstmengen dennoch einhalten.
Für Verbraucher
Mehr zur Einordnung der Werte im Ratgeber zu ADI & ARfD und im Grundlagenartikel zu MRLs.