Produktgruppen 2 & 6 · EG 396/2005 Anhang I

Gemüse & Hülsenfrüchte

Blatt-, Frucht- und Wurzelgemüse, Kartoffeln sowie Hülsenfrüchte. Besonders Blattgemüse hat höhere Grenzwerte und häufiger messbare Rückstände, weil die gesamte Pflanze verzehrt wird und sie dem Schädlingsdruck direkt ausgesetzt ist.

Häufigste Wirkstoffe in Gemüse

WirkstoffTypTomate (mg/kg)Salat (mg/kg)Kartoffel (mg/kg)
MancozebFungizid350,3
CaptanFungizid3100,05
ChlorothalonilFungizid0,010,010,01
GlyphosatHerbizid0,10,50,2

Sorten & ihre Besonderheiten

Blattgemüse (Salat, Spinat, Mangold)

Wird komplett verzehrt und hat eine große Oberfläche — daher teils deutlich höhere Grenzwerte. Kopfsalat ist ein klassisches Beispiel für Mehrfachrückstände, meist jede einzelne unter dem MRL.

Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Auberginen)

Große Anbauflächen, intensiver Pflanzenschutz. Importpaprika und -tomaten zeigen in Kontrollen gehäuft Rückstände nicht genehmigter Wirkstoffe. EU-Ware schneidet deutlich besser ab.

Wurzel- & Knollengemüse (Karotten, Kartoffeln)

Wachsen im Boden, der Rückstandskontakt ist hier anders gelagert. Kartoffeln haben niedrige Grenzwerte; Schälen entfernt die meisten Oberflächenrückstände. Karotten können Bodenwirkstoffe über die Schale aufnehmen.

Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)

Trocken geerntete Hülsenfrüchte — besonders Importware — zeigen gelegentlich höhere Glyphosat- oder Insektizid-Rückstände, weil sie lange lagern und transportiert werden.

Praxistipp

Bei Blattgemüse gründlich waschen (ggf. mehrere Wasserbäder), Wurzelgemüse schälen. Saisonale EU-Ware aus kontrolliertem Anbau hat die geringste Belastung.