Häufigste Wirkstoffe in Getreide
| Wirkstoff | Typ | Weizen (mg/kg) | Mais (mg/kg) |
|---|---|---|---|
| Glyphosat | Herbizid | 10 | 1 |
| Chlorpyrifos | Insektizid | 0,01 | 0,01 |
| Mancozeb | Fungizid | 0,5 | 0,05 |
| DDT | Insektizid (Altlast) | 0,1 | 0,05 |
Besonderheit: Sikkation
Bei der Sikkation wird Glyphosat kurz vor der Ernte gespritzt, um die Bestände gleichmäßig abreifen zu lassen. Das erhöht den Ertrag, führt aber zu deutlich höheren Rückständen im Korn. Für Weizen liegt der MRL deshalb bei 10 mg/kg — dem höchsten Einzelwert dieser Gruppe.
Sorten & ihre Besonderheiten
Brotgetreide (Weizen, Roggen)
Stammt zu großen Teilen aus EU-Anbau mit guter Rückstandskontrolle. Dennoch finden sich regelmäßig Glyphosat-Spuren — meist weit unter dem MRL. Bio-Getreide zeigt in Kontrollen seltener Rückstände.
Mais
Wird teils als Futtermittel, teils für Stärke und Bioethanol angebaut. Glyphosat-Höchstmenge niedriger als bei Weizen. Importmais (vor allem für Futtermittel) trägt manchmal höhere Belastungen.
Reis
Überwiegend Import aus Asien. Breite Wirkstoffpalette — Insektizide und Herbizide —, die in der EU-Kontrolle regelmäßig zu Überschreitungen bei einzelnen Proben führt.
Ölfrüchte (Raps, Sonnenblume, Soja)
Soja hat mit 20 mg/kg eine der höchsten Glyphosat-Höchstmengen überhaupt. Hintergrund: Soja wird gentechnisch verändert herbizidtolerant angebaut, vor allem in Übersee. Über Futtermittel und verarbeitete Öle gelangt ein Teil in die Nahrungskette.
Praxistipp
Getreide wird vor dem Verzehr fast immer verarbeitet (Mahlen, Backen, Kochen), was Rückstände teilweise abbaut. Wer Glyphosat minimieren möchte, greift zu Bio-Getreide oder zu Produkten aus gentechnikfreier EU-Landwirtschaft.