Fungizid · CAS 36734-19-7

Iprodion

in der EU nicht mehr genehmigt

Ein Dicarbonimid-Fungizid, das lange Zeit Standard gegen Graufäule (Botrytis) an Weintrauben, Erdbeeren und Steinobst war. Die EU-Zulassung lief 2018 wegen Bedenken zur Klassifikation als möglicherweise krebserzeugend aus.

Stammdaten

CAS-Nummer36734-19-7
WirkstofftypFungizid
EU-Statusin der EU nicht mehr genehmigt
ADI (chronisch)0,02 mg/kg KG/Tag
ARfD (akut)nicht festgelegt
RechtsgrundlageVO (EU) 2017/1527; EG 396/2005 Anhang III

Typische Höchstmengen nach Neuregelung (mg/kg)

LebensmittelMRL (mg/kg)Hinweis
Weintrauben0,01auf Bestimmungsgrenze
Erdbeeren0,01
Kopfsalat0,01
Äpfel0,01
Karotten0,01

Nicht zugelassen wegen Klassifikation

Die ECHA stufte Iprodion als möglicherweise krebserzeugend (Kategorie 2) ein. Da sich die Anforderungen an einen zugelassenen Wirkstoff nicht erfüllen ließen, lief die Zulassung 2018 aus. Höchstmengen wurden auf 0,01 mg/kg gesenkt.

Nach dem Verlust der Zulassung wurden die MRLs für fast alle Lebensmittel auf die Bestimmungsgrenze gesetzt. Jeder darüber liegende Befund — etwa in Importware — gilt als relevante Überschreitung.

Hintergrund

Iprodion war ein typisches Botrytis-Fungizid im Wein- und Beerenbau. Weil es mit dem Auslaufen der Zulassung verschwand, rückten andere Wirkstoffe wie Boscalid oder Fenhexamid in diese Lücke.

Für Verbraucher

Mehr zur Einordnung der Werte im Ratgeber zu ADI & ARfD und im Grundlagenartikel zu MRLs.